Fields of the nephilim – Live in Köln

Einen guten Tag an meine Leserschaft und viel Spass mit Fields of the nephilim live in Köln

Ein gewisser Kulturschock lässt sich nicht leugnen. Bereits im weiten Umkreis des Festivalgeländes waren schwarze Kutten, fantasievolle Kostüme und Patchouli “ Duft fester Bestandteil des Kölner Rheinufers und nicht ohne ein Das-Kann-Ja-Was-Werden- Stirnrunzeln habe ich mich auf die Parkplatzsuche gemacht. In der Festivalbeschreibung war eine Einkaufsmeile mit Ständen angekündigt, so dass ich sehr zeitig aufgebrochen bin um mir mal ein Bild davon zu machen wo der wahre „Gothic “ Jünger! seine hart verdienten Euros so lässt. In der Tat waren zahlreiche Stände aufgebaut. Die Frauen müssen auch beim Gothic mit einer sehr guten Figur gesegnet sein um das ein oder andere Leib(Kleid)chen tragen zu können.

Na ja wie dem auch sei.

Ich bin da mit meiner blauen Jeans und dem weißen Hemd aufgefallen wie in bunter Hund. Vielleicht hätte ich mal etwas in meinen Motorradklamotten herum wühlen sollen um wenigstens halbwegs auf der Höhe zu sein. Mit der Standardausrüstung : Schweißer-Brillen, Gasmasken, Soldatenuniformen, Nietenstiefeln, Netzhemden usw. hätte ich es ohne Unsummen zu investieren ohnehin nicht aufnehmen können.

Fields of the nephilim live in Köln

Etwas beruhigend war lediglich dass sich doch das ein oder andere Heavy Metal T-Shirt auf das Gelände verirrt hatte. Iron Maiden, Guns ´n´ roses, Metallica, Dream Theater um nur ein paar zu nennen. überwiegend waren allerdings Leute anwesend, die man mit gutem Recht als „Volk für sich“ bezeichnen kann. Alle nett, alle friedlich und alle stolz darauf auf eine charmante Art und Weise ´anders´ zu sein.

Lange Rede – Kurzer Sinn : Ich bin da also (als Einziger) in zivil erschienen. Während ich da so meine Runde gedreht habe überschallte die Musik von Covenant das Gelände. An dieser Stelle sei gesagt, das mir neben „Fields of the nephilim“ und „Front 242“ nicht eine Band des Festivals auch nur namentlich bekannt war. Sehr synthylastig spielten Covenant und der Sänger muss sich einen gewissen Vergleich mit Dave Gahan von Depeche Mode gefallen lassen. Gegen 20 Uhr waren sie dann fertig mit ihrem Auftritt und langsam konnte ich damit beginnen mir einen guten Platz zu suchen um „Fields of the nephilim“ in vollen Zügen genießen zu können.

Fields of the nephilim live in Köln

Fields of the nephilim live in Köln: Das Konzert Teil 1

Die Vorfreude steigerte sich als die beiden Flaggen mit dem Bandlogo auf der Bühne gehisst wurden. Ich war wild entschlossen meinen Platz mit dem Leben zu verteidigen und stand am Rand auf einer Anhöhe von der aus ich die Bühne überblicken konnte.

Zuerst kam einer der Veranstalter auf die Bühne und fragte wer sich denn als größter Fields Fan bezeichnen würde. Viele Hände gingen in die Luft. Dann kam die Frage wer sich denn zutrauen würde die nächste Band anzusagen. Einige Hände blieben in der Luft. Nachdem die Ansage dann von einem mutigen Gastredner erledigt worden war betrat die Band unter Applaus die Bühne in begann mit dem Instrumental Intro aus der „Mourning Sun“ CD. Das Baby Geschrei fehlte. Das „Cover his face – He may not see the light“ wollte auch nicht kommen. Dafür kam der große Augenblick in dem Carl Mc Coy die Bühne betrat und mit Ehrfurcht einflößendem Organ ein unvergessliches Konzerterlebnis einläutete.

Es ist also wahr geworden.

Fields of the nephilim live in Köln: Das Konzert Teil 2

Die Band, die ich direkt neben „Pink Floyd“ auf meiner „Hoffentlich sehe ich die mal Live“ Liste stehen habe, befindet sich in Köln auf der Bühne und predigt ihr Evangelium. 90 Minuten Musik aus einer anderen Welt. Unbestreitbare Höhepunkte waren wohl „Preacherman“, „Love under will“ und „Moonchild“ Meine persönliche Fields Hymne „Last exit for the lost“ wurde als letzte Zugabe gegeben und spätestens bei „Forever remain – for every day. My honour remains“ war dann nicht nur bei mir Gänsepelle angesagt .

Fields of the nephilim live in Köln

Mit literweise Kunstnebel wurde die Bühne geflutet und die Licht-Effekte wären bei Nacht sicherlich besser zur Geltung gekommen.

Fields of the nephilim live in Köln: Etwas fehlte …

Sehr schmerzlich vermisst habe ich Lieder aus der „Elysium“ aber das ist wohl das Schicksal der Rockopern. Ein Lied aus einer CD zu spielen die eine zusammenhängende Geschichte erzählt ist sicherlich so eine Sache. „There will you heart be also“ hätte ich einfach gerne mal live gehört und „Paradise Regained “ hätte sich prima als Intro geeignet. Mit „Be my shelter – be my refuge for the night “ kann man als Einleitung nun wirklich nichts falsch machen. Aber es sollte halt nicht sein.

Fields of the nephilim live in Köln

Wie dem auch sei. Die vielen verwaschenen „Fields T-Shits“ über in den Jahren gewachsenen Bierbäuchen zeigte nur was jeder ahnte. Obwohl es in den letzten Jahren ruhig um sie geworden ist, ist diese Band von ihren Fans nicht vergessen worden. Auch die Jüngeren könnten Lieder mitgrölen die wohl vor ihrer Geburt veröffentlich wurden. Um von Gothic Meilensteinen zu reden bin ich sicherlich zu wenig Szenekenner aber eines steht fest. Mit „Dawnrazor (1987)“ und „The nephilim (1988)“ haben sie zwei Klassiker eingespielt, die fast 25 Jahre nach dem Erscheinen live gespielt ihre Wirkung nicht verfehlen.

Fields of the nephilim live in Köln: Fazit

Ende der 80iger sind „New Model Army“ hier in der Halle Münsterland aufgetreten. Vorgruppe war damals eine völlig unbekannte Band Namens „Fields of the nephilim“. Unsere etwas alternative Stadtzeitung GIG titelte damals „Kurz vor dem totalen Durchbruch“ Auf diesem Konzert bin ich nicht gewesen, aber die CDs der Vorgruppe haben damals in meiner Clique die Runde gemacht. Ich warte also seit fast 20 Jahren darauf diese Band mal live zu sehen und nicht nur ich habe das Festivalgelände mit einem breiten „Dass ich das noch erleben durfte“Grinsen verlassen. Hoffen wir also dass sich derartig Genre-Grenzen überschreitende Ausnahmegruppen auch in die nächste Dekade retten und uns 2020 „Tokio Hotel“ oder „Eisblumen“ als Headliner erspart bleiben.

Fields of the nephilim live in Köln

Sowohl den Veranstaltern als auch den Stamm-Festival-Besuchern, wünsche ich alles Gute für 2010 und dass man weiterhin ein dermaßen ´gutes Händchen´ bei der Auswahl für den Samstag Abend bewahrt. „Fields of the nephilim“ haben auf jeden Fall nichts verlernt und können auf der Bühne an die Qualität ihrer Studioalben nahtlos anknüpfen.

Die spielen live in einer eigenen Liga. Einfach großartig.

Signatur

3 Replies to “Fields of the nephilim – Live in Köln”

  1. Danke für den Hinweis. Ist korrigiert :-)
    _ _ _

    01) Shroud
    02) Straight To The Light
    03) Preacher Man
    04) Trees Come Down
    05) Love Under Will,
    06) From the Fire
    07) Penetration
    08) Watchman
    09) Moonchild
    10) Psychonaut

    Zugaben:
    11) Wake World (Zoon Part 3),
    12) Last Exit For The Lost

  2. Sehr schöner Bericht…als Korrektur muss ich angeben, dass das Babygeschrei und der „may not see the light“-satz vorhanden waren ;-)

    War ein echt unbeschreiblicher Gig.
    Gruß
    Michael

Kommentare sind geschlossen.