|
1.
Salsa Open Air Düsseldorf
|
Einen "Guten Tag" an die Salsagemeinde.
So eine Hinreise lasse ich mir gefallen. In einer 5er Luxuskarosse
bayrischer Bauart ging voll klimatisiert und ohne Bodenkontakt
nach Solingen. Statt dem sehr passenden Heinz Rudolf Kunze
Klassiker „Amok – A1 in Richtung Dortmund“ lief Salsa und
Bachata im Radio und eine unserer Mitfahrerinnen besann sich
trotz akzentfreien Deutschkenntnissen ihrer dänischen Wurzeln
und ließ sich per Handy permanent über das Spiel gegen Kamerun
auf dem Laufenden halten.
Als sie auf einmal eine Akapella Einlage des alten nordischen
Schlachtrufes „We are red we are white – We are danish dynamite“
durch den Wagen schallen lies ahnten wir bereits, dass unser
altes teutonisches Trainerschlachtross Winfried Schäfer „seine“
EX-Jungs aus der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun wohl
doch nicht so im Griff gehabt hat. Als sie dann noch darum
bat statt zum Salsa zum Public Viewing gebracht zu werden
streikte unser Fahrer und wir trafen vollzählig gegen 22 Uhr
in Solingen ein.
Leider lag der Austragungsort der „Midsommar Party“ mitten
in der solinger Einkaufsmeile, so dass sich in Madam sogleich
die Hoffnung hegte irgendwo einen Fernsehladen zu finden der
das Spiel im Schaufenster überträgt. Die Tatsache, dass das
Spiel um die Uhrzeit längst beendet war lasse ich an dieser
Stelle einfach mal außer acht und widme mich eigentlichen
Ziel meines Beitrages hier.
Das Midsommar Fest bezeichnet in den nordischen Ländern die
kürzeste Nacht des Jahres und die Schreibweise in der Werbung
hat wohl in den skandinavischen Begriffen ihre Wurzeln. Die
Tanzschule Burkhardt überraschte mit einer sehr großen Tanzfläche,
die natürlich szeneüblich mit feinstem Parkettboden ausgelegt
war. Um die Fläche herum waren zahlreiche Tische und sehr
bequeme Stühle aufgebaut. Die Lampen an den Decken waren wohl
aus aktuellem Anlass mit lichtdurchlässigen Fußbällen verkleidet
und die unverzichbare Diskofox Kugel unter der Decke fand
bei den Shows noch ihren Einsatz.
Bevor man das alles bewundern konnte waren allerdings 9 €
Eintritt an der Abendkasse fällig und man betrat erst einmal
einen kleinen abgetrennten Raum, der die klassischen Getränke
und einige Knabbereien im Angebot hatten. Hier waren bis auf
den Tresen kaum Sitzmöglichkeiten und besonders die Damenwelt
zeigte reges Interesse an den Tanzschuhverkauf, der seinen
Verkaufsraum auf einer kleinen Bühne am Rande des Lokales
aufgebaut hatte.
Eine 2. Tanzfläche war eingerichtet worden auf der Cubanischer
Salsa gespielt werden sollte. Die wurden aber irgendwann mangels
Interesse geschlossen und die Party verlagerte sich in den
Hauptraum. Immerhin ist da bei den DJs (DJ Diego, DJ Mango,
DJ RaDi)alles im grünen Bereich geblieben und man hat sich
die Arbeit halt zu Dritt geteilt.
Die
Auftritte
|
Den Anfang machten die Bohemian Salseros aus Prag mit ihrer
"Sing-Sing"-Show; einem Mix aus Salsa und Swing.
Mit diesen Weltmeistertiteln beim Salsa habe ich ja bekanntlich
so meine Probleme, aber mit doch großem Tam Tam wurden mit
Anya Katsevman & Luis Aguilar die beiden On2 Weltmeister
aus den USA angekündigt. Sie haben ihre Show seriös zu Beethovens
5. (!!!)über die Bühne gebracht und es ging weiter im Programm.
Die Vorführungen waren in 2 Blöcke eingeteilt die von einer
ca. einstündigen Pause unterbrochen wurde. Da konnten wir
uns dann wieder auf der Tanzfläche austoben. Der 2. Block
begann als ich mir gerade einen Cocktail besorgt hatte, so
dass ich es mir auf einem der Sofas so richtig schön gemütlich
machen konnte. Leider hatte ich nur noch einen so ungünstigen
Sitzplatz erwischt, dass mich die Scheinwerfer an der Decke
die ganze Zeit geblendet haben. Meine Fotoversuche sind dank
„Low Budget“ Ausrüstung leider (mal wieder) so unterbelichtet,
dass ich euch das nicht zumuten möchte. Schade irgendwie.
Den zweiten Showblock eröffneten Caroline Menya & Paul
Baarn mit einer von Paul selbst eingesungenen und choreographierten
Chachachá-Show. Darauf folgten Tarek, Hiacham und Manuel von
African Jet aus Mailand mit einer Shines-Men Style Choreo,
ehe die Bohemian Salseros mit ihrer Latin Hustle-Show zu "I
will survive" bewiesen, dass Disco niemals stirbt.
Zum Abschluss tanzten die amtierenden on2-Weltmeister eine
erweiterte Version ihrer siegreichen WM-Kür.
Dazu kam, dass die Moderation der Shows erheblich erfrischender
daher als ich es vom letzten Jahr in Erinnerung hatte.
F
a z i t
|
Der Zwischenstopp beim Gelben M auf dem Rückweg hat die Reise
ein wenig in die Länge gezogen und es war taghell als wir
in Münster eingetroffen sind.
Auch wenn ich auf der Party die letzten 2 Stunden ein wenig
herumgeschwächelt habe wurde aufgefordert was das Zeug hielt
und unsere Truppe war doch sichtlich erschöpft als gegen 5
Uhr morgens das heimatliche Ortseingangsschild gesichtet wurde.
Zur Party selber macht es wohl wenig Sinn hier mit Superlativen
um mich zu werfen. Ein netter Abend mit einer nicht über-
aber gut gefüllten Tanzfläche und sehenswertem Showblock war
es allemal.
Gruss aus Münster.
Ralf
|