Guten Morgen Leserschaft, ich melde mich hier aus dem Cafe
Prütt in Münster und gleich darf ein französisches
Frühstück mit mutmaßlich etlichen Tassen
Kaffee dran glauben. Das Salsaboot auf dem Möhnesee
war wie erwartet ein voller Erfolg und ich habe es entgegen
meiner sonstigen Schlafgewohnheiten geschafft bis um 11
Uhr im Bett zu bleiben.
Gegen 18 Uhr wurde ich abgeholt und in dem Wagen saßen
bereits 4 Leute von denen mir allerdings zwei vollkommen
unbekannt waren. Somit wurde mein Salsabekanntenkreis bereits
vor der Party erhöht und es ging mit bester Laune auf
die Anreise zum Möhnesee. Seltsame, salsauntypische
Gesprächsthemen kamen auf der Reise auf. Von der recht
freizügigen Arbeitskleidung englischer Krankenschwestern
war die Rede und einiges mehr. Da war Zuhören angesagt
denn sehr viel mehr als London habe ich von Großbritannien
noch nicht gesehen.
Recht pünktlich kamen wir am Möhnesee an was allerdings
nicht heißen soll, dass wir keine Parkplatzprobleme
mehr hatten. Auf der regennassen Grasfläche hatte man
uns noch einen Platz angeboten und das „All in white“
Motto hatte nun einmal den Nachteil, dass wir mir weißen
Schuhen und Hosen über den kurzen Rasenweg gehen mussten.
Endlich hat mal eine der Frauen das Geheimnis gelüftet
wie man es macht einen Rock anzuziehen und eine Hose auszuziehen
ohne dass es zum Menschenauflauf kommt :-)
An dem Anlegesteg angekommen kam was kommen musste. Doch
eine stattliche Anzahl bekannter Gesichter wollten begrüßt
und umarmt werden und der Einlass begann an 2 Kassen. Ich
konnte mich bei der „ONLINE BEZAHLT“ Truppe
anstellen und ein Gang über das Boot begann. Bereits
auf dem 1. Blick habe ich schmerzlich die Absperrgitter
an der Theke vermisst, die auf einem der vorherigen Salsaboote
dafür gesorgt hat, dass die Tanzfläche nicht
direkt an der Getränketheke endet.

Unten
im Boot konnte ich DJ Mano begrüßen. Sehr schön.
Nun wusste ich endlich was ich die letzten Wochenenden vermisst
hatte. Seine Standardbands liefen aus den Boxen und „New
Swing Sixtett“ und „Al DeLori“ ließen
nicht lange auf sich warten. Ich bin dann weiter in den
oberen Teil des Bootes gegangen und mit Andy-S den 2. DJ
des Salsabootes begrüßt. Oben war die Tanzfläche
zu der Zeit noch ziemlich leer und ich habe mich von einer
Bekannten auffordern lassen und die ersten Tänzchen
gewagt. Man hatte hier als Erneuerung einen kleinen Kunststoffbelag
ausgelegt, der den Teppich der dort normalerweise liegt
überdeckt hat. Eine wirklich sehr gute Idee und hier
wurde ein sehr guter Kompromiss zwischen Parkett und Teppich
gefunden.
Die Boot war sehr schnell recht gleichmäßig gefüllt,
so dass beide Tanzflächen permanent sehr gut besucht
waren. Am frühen Abend hat der Veranstalter eben den
offiziellen Teil erledigt und unter Applaus alle Gäste
begrüßt. Dieses Salsaboot ist dafür bekannt,
dass immer eine kleine Nicht-Salsa-Überraschung geboten
wird. Dieses Mal wurde ein Frisör-Salon geboten, der
(wie kann es anders sein) ausschließlich von Frauen
besucht wurde. Das würde mir gerade noch fehlen. 100
Kilometer Anreise. Salsa auf 2 Etagen und ich lasse mir
da Strähnen machen. Na ja aber Frauen wären ja
nicht Frauen wenn Sie das Angebot nicht angenommen hätten.
So liebe Leserschaft. Nun kommt es zu einem der peinlichsten
Auftritte meiner bisherigen Salsa Karriere. Wir sitzen da
so mit einigen Leuten an einem Tisch neben dem Frisör
herum und führen Gespräche über unsere Internetauftritte
da kommt mir die Idee mal wieder ein Tänzchen zu wagen.
Ich stehe also auf und stoße gegen eine Colaflasche
die auf dem Frisör Tisch stand und natürlich
im Nacken einer Dame landet …. Sie springt auf legt
eine Soloeinlage hin die jedem Tanzlehrer die Schweißperlen
auf die Stirn getrieben hätte und ich stand da mit
Stock im Aller..... .
Was ist zu tun ?
Science Fiction Veteranen unter Euch kennen doch bestimmt
Marvin, den manisch depressiven Roboter aus Douglas Adams
„Per Anhalter durch die Galaxis“ SO SAH ICH
AUS während mein Opfer sich sichtlich geschockt Gedanken
machte ob sie in dem Aufzug die „All in White“
Kriterien noch erfüllen konnte. So so kam es dazu,
dass ich das 1. Mal seit 2,5 Jahren wieder Geld für
Alkohol ausgegeben habe und der Guten einen Sekt spendiert
habe. Mehr war nicht zu machen. Mein Kleidervorrat Größe
36 war recht begrenzt und für sie war es auch unmöglich
sich umzuziehen oder aber ne Freundin anzurufen.

Oben
im Boot wurde auch Musik gespielt, die so nicht unbedingt
auf Salsaparties zu erwarten ist, so dass dort auch die
jüngeren Gäste angesprochen wurden. Ich habe die
meiste Zeit unten verbracht wo für Mano Verhältnisse
recht viel Bachata gespielt wurde. Da kann ich ja Dank meinem
Menorca Urlaub vor 2 Wochen auch endlich mal auf akzeptablem
Niveau mit tanzen und ich habe doch die ein oder andere
Partnerin gefunden die sich auf ein 2. Tänzchen eingelassen
hat.
Als kleinen Verbesserungsvorschlag möchte ich gerne
die komplett überforderte Getränketheke ansprechen.
Die Idee, dass alle Getränke an einer Stelle verkauft
wurden sorgte dafür, dass auf die Coctail-Fans doch
recht lange gewartet werden musste, da diese Getränke
nun einmal eine gewisse Zubereitungszeit brauchen. Ich denke
mit einer eigenen Coctailbar wäre es hier erheblich
flüssiger zugegangen. Dies soll bitte nicht als Kritik
an das Personal gewertet werden (Die haben da alles gegeben)
sondern als kleiner Tipp an die Bootsbetreiber.
Der Auftritt ließ gegen 22 Uhr nicht lange auf sich
warten und ich habe mal wieder Pech bei der Platzauswahl
gehabt. Alle Gäste mussten sich im unteren Bereich
des Bootes versammeln und die Tanzfläche wurde komplett
freigehalten für den Auftritt. So konnte ich nur noch
einen Platz hinter einer Säule ergattern. „Die
pure Freude“ stand auf der Säule, darunter ein
gefülltes Bierglas und das Markenzeichen des Herstellers.
MIST. Ich habe also so gut es eben ging versucht rechts
und links neben der Säule hervorzuluken und den ein
oder anderen Blick abzubekommen. Ab und dann schleuderten
mal 2 Frauenbeine über das Publikum. Ein Zeichen dafür,
dass die beiden auch die ein oder andere Akrobatische Einlage
in den Auftritt mit eingebunden wurde. „Die Pure Freude“
wollte auch dann nicht verschwinden als ein ohrenbetäubendes
„Otra Otra“ Rufen gestartet wurde. Also noch
eine 2. Show. Ich stand da so herum und genoss „Die
Pure Freude“ indem ich immer versucht habe den ein
oder anderen Blick an der Säule vorbei zu erhaschen.