Mit doch nicht unwichtigen Leuten in meinem Wagen
ging es am sehr frühen Abend überpünktlich zur Villa Rico
in Münster. Neben mir hatte es sich die Freundin des Veranstalters
gemütlich gemacht während wir Dave zu einigen Kartons und
Werbebannern auf die Rücksitzbank verfrachtet hatten. Somit
war meine offizielle Aufgabe also die Kassendame und den DJ
unbeschadet durch Münster zu bringen. Bereits gegen 19:30
waren wir dort. Meine Entscheidung an den Workshops teilzunehmen
war am Vortag buchstäblich in letzter Sekunde gefallen und
ich war gespannt wie sich der Bachata Kurs so entwickeln würde.
Die erste Überraschung war meine Partnerin für diesen Kurs,
die eindeutig zu der „Warum läuft so eine hier alleine herum
? “ Kategorie gehörte. Da hatte ich wirklich Glück gehabt
und es konnte losgehen. Es wird ja immer landauf landab
gepredigt, dass Man(n) bei Frauen ganz man selbst sein soll
und so weiter. Diesen Grundsatz habe ich dann einfach mal
links liegen gelassen und den gewandten Kosmopoliten heraushängen
lassen. Um Interesse zu zeigen habe ich dann mit Denkerstirn
und Weltbürgermine ein paar Fragen gestellt.
„Wo kommt Dein Akzent her ? Osteu…“ Sie stemmt die Hände
in die Hüfte. „… ro …“ Sie presst die Lippen aufeinander
Mein „… pa …“ war kaum mehr zu hören als mir ein „I.d.a.l.i.ä.n“
entgegen geschmettert wurde. Na klasse…. Die nächsten 10
Minuten war ich dann damit beschäftigt meinen wirklich sehr
geschmeidigen Bachata-Lamborghini auf Standgas herunterzudrosseln.
Nicht auszudenken was passiert wäre wenn sie angefangen
hätte Gläser vom Balkon der Villa Rico zu werfen und auf
italienisch zu fluchen.
In dem Kurs wurden uns 3 Bachata Figuren gezeigt, die eigentlich
immer mal mit eingebaut werden können. Ich für meine Person
habe mir vorgenommen die mal im Langzeitgedächtnis abzuspeichern.
Endlich haben wir dieses „Mit dem Rücken zur Frau stehen“
mal erklärt bekommen. Da habe ich mir schon das ein oder
andere Mal auf der Tanzfläche die Zähne dran ausgebissen.
Die Stunde hat nicht zuletzt wegen einer Partnerin, die
sich hervorragend führen ließ einfach Spaß gemacht und wir
haben unsere Lehrergruppe schweren Herzens entlassen.
Der 2. Workshop begann nach einer kleinen Pause und wurde
komplett auf Englisch gehalten. Dort wurde uns eine kleine
nicht zu schwere Figur gezeigt, die dann in eine Rueda eingebaut
wurde. So hatte jeder Mann mit jede Frau einmal kurz zusammen
getanzt und es konnten a) die ersten Kontakte geknüpft werden
und b) herausgefunden werden welche von den Damen sich denn
besonders gut führen lässt. Besonders Punkt b) ist da im
Laufe des Abends sehr hilfreich. Ich hatte eine Frau aus
Belgien als Partnerin mit der ich mehrere Tänzchen gewagt
habe. Die beiden Lehrer Amélie Guillaume und Talal Benlahsen
waren ebenfalls aus Belgien angereist und Talal glänzte
mit hervorragenden Englischkenntnissen. Der Kurs hat als
„Just for fun“ Aktion sein Ziel auf jeden Fall erreicht.
Danach stand ein Anfänger-Schnupperkurs auf dem Programm,
der in einem sehr kleinen Raum gegeben wurde. Dieser Raum
beherbergte am späteren Abend noch die reine Bachata Tanzfläche
und war zu gut gefüllt, so dass ich mich auf einen Kaffee
in die Villa Rico gesetzt habe. Auch nach dem Kaffee wollte
sich der große Partyraum noch nicht so recht füllen so dass
ich mir meine 1. Raucherpause gegönnt habe. Vor der Tür
bekam ich bei meiner Zigarre und angenehmer kühler Luft
die Musik aus dem Schnupperkurs mit und die Welt war rund.
Langsam füllte sich der Partyraum und die ersten mehr oder
weniger bekannten Gesichter erschienen. Auch dieses Mal
ist Münster nicht lange alleine geblieben und es trafen
Gäste nicht nur aus NRW ein. Von meiner Partnerin aus dem
Bachata Kurs habe ich noch erfahren können, dass sie in
Wiesbaden wohnt. Da haben sich offensichtlich einige Leute
viel Mühe gemacht um nach Münster zu kommen.
An den Reglern haben uns die Djs Dave (MS) und Latinmaster
(NL) unterhalten. Dieses Mal wurde aber die Bachata Tanzfläche
ihrem Ruf gerecht und der recht kleine Raum lud mit einer
kleinen Lichtorgel zu Bachata Träumereien ein die lediglich
durch die Schneeflocken beim Blick aus dem Fenster unterbrochen
wurden. Im großen Saal bekamen wir dann bis in die frühen
Morgenstunden die komplette Salsasause.
Gegen Mitternacht wurde ein Auftritt von Amélie und Talal
angekündigt. Hier wollten die beiden Künstler wohl mit dem
Gesicht zum Publikum stehen, so dass wir um die beiden keinen
Kreis bilden konnten. Da hätten erheblich mehr Leute erheblich
mehr gesehen wenn das Publikum mit dem Rücken zur langen
Seite des Raumes gestanden hätte. Ich hatte nur einen Platz
ganz hinten ergattert während sich vor mir reihenweise das
Salsavolk gedrängt hat. Schade irgendwie. So musste ich
nehmen was ich bekommen konnte und das war das 5 * 5 cm
Display vom Handy meines Vordermannes. Eine Zugabe wurde
gefordert und gegeben. Am Applaus habe ich mich selbstverständlich
beteiligt, immerhin saß ich ja Dank Handy in der 1. Reihe
und mit dem 2. sieht man ja bekanntlich besser. : – ))))
Nach den Auftritten wurde es dann Zeit für die 2. Zigarre
der Nacht und ich kam im dicksten Schneefall ein wenig mit
Rico von der Villa Rico ins Gespräch. In der Villa war inzwischen
das „Jeder fordert jede auf“ Spektakel ausgebrochen und
auf der Tanzfläche wurden die wildesten Paarbildungen beobachtet.
Amélie war noch von ihrem Auftritt komplett geschminkt,
hatte sich aber etwas, nun ja wie soll ich sagen….. etwas
jugendfreiere Kleidung angezogen. Sie war natürlich heißbegehrte
Partnerin und hat auch nicht Nein gesagt als ich mein Glück
versuchte habe. Tja liebe Leserschaft. Solche Erlebnisse
steigern das Selbstbewusstsein und die Party nahm bis zum
frühen Morgen ihren Lauf.
Der Heimweg war Dank der geschlossenen Schneedecke etwas
ungemütlich und zu hause angekommen konnte ich auf Facebook
bereits die ersten positiven Zuschriften bestaunen. Inklusive
eines arg augenzwinkernden Beitrages vom DJ dem die Musik
so gut gefallen hat. :-)
F A Z I T
Es ist ja immer so eine Sache wenn ein Münsteraner im Internet
herumrennt und den Leuten erzählt wie schön man in Münster
feiern kann. Daher halte ich es mal mit dem alten Heimwerker
Schlachtruf „Schuster bleib bei deinen Leisten“
Der Bachata Kurs war eindeutig schon länger mal fällig
gewesen. Hier mal die ein oder andere Figur einzubauen bereichert
die Tanzerei um Einiges. Hier also volle Punktzahl. Die
Villa Rico mit ihrem abgetrennten Restaurant und dem sehr
üppigem Parkplatzangebot ist für derartige Festlichkeiten
bestens ausgestattet und die permanent sehr gut gefüllte
Tanzfläche war Beweis dafür, dass der DJ mit seinem Facebook
Eintrag nicht ganz Unrecht hatte.
Gruss aus Münster
Euer Ralf
P.S : Ich denke mal wir sehen uns am 29. Januar alle in
Düsseldorf wieder wenn es heißt „Salsa at the Studios“.
Hierzu ein kleiner Hinweis in mehr oder weniger eigener
Sache. Von Münster aus wird bei entsprechender Nachfrage
eine Busfahrt nach Düsseldorf organisiert für die sicherlich
noch der ein oder andere Platz zu haben ist.