1. Mamboweekend Wuppertal (der Freitag)

Da ich mir die angekündigten “ON 2″ Kurse auf keinen Fall entgehen lassen lassen wollte bin ich wie auf den Werbebroschüren angekündigt gegen 15:30 im Cafe Ada aufgetaucht. Von mir als Semi – Ortskundiger wurde ein gewisser Parkplatzmangel befürchtet, so dass ich den letzten Kilometer zum Ada unter massivster Lebensgefahr mit dem Fahrrad zurückgelegt habe habe. Man man man für alles ist da Platz auf den Straßen nur nicht für Radfahrer.

Im Ada selber war zu der Zeit noch alles mit der Organisation beschäftigt und es ging dort zu wie in einem Bienenstock. Kasse A auf Tisch B, Flasche C an Theke D und so weiter. Ich habe es dann in all dem Treiben immerhin geschafft mir ein Thunfischbrötchen zu bestellen, das auch prompt geliefert wurde. Meine “ON 2″ Partnerin traf dann auch ein und es konnte losgehen.

An der Kasse wurde ich dann von Daniela (http://www.rumbero-pasqualino.de/) über meine Rechte aufgeklärt. Sinngemäß hörte sich das so an : “Sie haben die Pflicht zu schweigen. Wenn sie dieses Armband verlieren bekommen sie nur ein Neues wenn Sie das Alte vorzeigen können” Oh weih oh weih. Gerade in Wuppertal dachte ich eigentlich, dass ich fester Bestandteil der Szene bin aber wenn der Amtsschimmel wiehert macht man wohl keine Ausnahme. Na ja .. ich habe auf jeden Fall ein weißes Armband bekommen mit dem die meisten Besucher im Ada erschienen sind. Also das volle Programm 3 Tage lang. Damit kann man leben und bei mir begann langsam die Vorfreude auf das ON 2 Neuland, das mich erwarten würde.

16:00 – 17:00 Einführung “ON 2″ bei Adolfo & Carla

Recht entspannt ging es zur Sache bei diesem Kurs. Es würde wie bei absoluten Anfängern erst einmal das Taktgefühl vermittelt. Das hatte zumindest ich dringend nötig. Also wie war das noch ? Erst mit links zurück und dann wenn die Congas und dann das Bein oben … Ach herje. Das kann ja was werden und ich habe die Stunde zwar hoch motiviert aber mit wie ich finde mäßigem Erfolg über die Bühne bekommen.

17:15 – 18:15 Melissa Rossario

An dieser Stelle mal eben einen kleinen Abstecher zu meinem Arbeitgeber. “Lieber Chef. Auf diesem Wege ein aufrichtiges Danke schön für die nunmehr seit über 2 Jahren stattfindenden Englischkurse bei uns im Betrieb. Mit meinem 15 Jahre alten Schulenglisch hätte ich den Kurs nicht überstanden”. Gefühlte 150 wps (Words per second) wurden von Melissa aus New York zum Besten gegeben.”Liebe Melissa. Ich habe zwar das Allermeiste verstanden von dem was Du da so erklärt hast, aber dass man da auch mit ein wenig Respekt vor den Gästen dran gehen kann habe doch Deine Landsleute von der “Santo Rico” Truppe eine Stunde später gezeigt.” Meine Güte konnte die reden … Auf jeden Fall hat sie eine recht schöne Figur gezeigt, die ganz normal auf 1 geführt zum Besten gegeben werden kann. Spaß gemacht hat es auf jeden Fall.

18:30 – 19:30

Reichlich entspannt ging es dann mit Brian und Mechteld weiter. Die beiden hatten eine Figur im Programm bei der es eigentlich um den Ausdruck bei den Frauen ging. Für die Männer eine wohl willkommene Pause um sich auf das vorzubereiten was nun kam.

21:00 – 22:00 Santo Rico

So liebe Leserschaft. Die Truppe hat mich also am Freitagabend kapitulationsreif gesalsert. Eine dermaßen umfangreiche Figur unter ungewohnter ON2 Flagge war einfach zu viel. Meine Partnerin war noch eben nach Hause gefahren um sich etwas frisch zu machen. So wollte es der Zufall, das wir 3 Männer zu viel waren in dem Kurs. Um die 3 haben sich dann die Frauen von “Santo Rico” aus New York gekümmert. Sehr viel mehr als ein “Thanks for your patience” habe ich da nicht mehr herausbekommen. Mein Level wurde in diesem Kurs mehr als überschritten. Sehr großes Kompliment allerdings dafür, dass niemand im Regen stehen bleiben musste. Die haben sich wirklich um alles und jeden gekümmert und machten den Eindruck als wollten sie wirklich Wissen vermitteln. Das Englisch war SEHR gut zu verstehen. Trotz des sehr sehr schwierigen Stoffes also volle Punktzahl.

So das soll es dann erst einmal gewesen sein. Ich muss nun wieder Richtung Wuppertal wo die nächsten Kurse auf mich waren. Ich melde mich dann später wieder.


1. Mamboweekend Wuppertal (der Samstag)

Weiter ging es am Samstag im Programm. 2 Kurse standen auf meiner Wunschliste, die beide von Adolfo und Carla gegeben wurden. Der 1. war ‘normales’ Partnerwork und irgendwie hatten die beiden sich auf die Fahnen geschrieben so viel wie möglich mit den Armen zu machen. Es sah alles unheimlich wüst und schwierig aus, aber nachdem man den im wahrsten Sinne des Wortes den Knoten raus hatte mache es wirklich Spaß.

Danach ging es mit Cha Cha weiter und hier wurde eine Figurenfolge einstudiert, die a) nicht leicht zu merken war und b) ohne Partnerin getanzt wurde. Mit Cha Cha würde ich wirklich gerne mal intensiver beschäftigen und da nehme ich im Augenblick mit was ich bekommen kann. Am Rande sei erwähnt, dass am 12.09 Sachen Cha Cha eine größere Sache in meiner Heimat Münster auf dem Programm steht. Interessierte können sich unter salsa-delight.de näher informieren.

Nach den Kursen habe ich dann ganz bewusst dem ADA den Rücken gekehrt und mich in Wuppertal auf die Suche nach einer Pizzaria gemacht. Eine höchst figurunfreundliche Pommes Majo / Pizza Tonno KLEIN später ging es dann frisch gestärkt zum Ada zurück. Mit diesem Spruch „Das Lokal war nicht wiederzuerkennen“ würde ich mich nun ein wenig weit aus dem Fenster lehnen, aber man hatte sich da schon sichtlich Mühe gegeben die Räumlichkeiten mambomäßig herzurichten. In dem Eingangsbereich waren meterhohe Banner der kommenden Parties angebracht, so dass man sich durch einen kleinen Korridor bewegen musste um in den Partyraum zu kommen. Meine Versuche eine Frau auf die Tanzfläche zu bekommen damit ein Paar den Anfang macht sind kläglich gescheitert obwohl ich im engsten Bekanntenkreis aufgefordert habe.

Welche Frau kommt schon wegen Salsa auf eine Salsaparty wenn sie sich statt dessen mit der besten Freundin über Schühchen, Kleidchen, Lippengrün und Wimpernrosa unterhalten kann ? Da fragt man sich wirklich ob die sich für uns oder für die beste Freundin so herausputzen. Diese Frage könnte ich dann beim Belauschen der Frauengespräche auch beantworten. Nicht für uns machen die das. Neiiiin – Weiiiiiiit verfehlt meine Herren. Die machen das für Brad Pitt und Tom Cruise. Die waren zwar beide nicht auf dem Festival aber die moderne Frau von Heute muss ja immer gewappnet sein. Auf der anderen Seite wird dann aber von uns erwartet, dass wir in unserer Liga baggern. Nicht zu fassen aber ehrlich.

Mein persönlicher Multi-Kulti Höhepunkt war ein Tänzchen mit einer in Schottland lebenden Russin und spätestens ab dem Zeitpunkt war Englisch dann inoffizielle Festival Sprache.

Gegen halb eins wurde dann das Show-Programm geboten und hier haben sich die Lehrer von den Kursen die Klinke in die Hand gegeben. Bereits am Freitag konnten wir eine kleine Modeschau erleben. Da hat mich ein wenig gestört, dass die zu Reggaeton gegeben wurde. Wie dem auch sei. Die Frauen auf der Bühne haben alles gegeben und ein netter Anblick war es allemal. Am Samstag wurde ein recht großer Showblock aufgeführt. Alles nett gemacht, alles mit großer Leidenschaft auf die Bühne gebracht. Etwas weit ausgeholt war meiner Meinung nach die Tatsache, dass Michael Jackson nun auch noch auf den Salsabühnen allgegenwärtig ist, aber das ist Geschmackssache. Wirklich nett anzuschauen war Melissa Rosado. Meine Damen : Melissa gibt am Sonntag noch einen Lady Stile Kurs und da lohnt sich sicherlich die Teilnahme. Sich da alleine auf die Bühne zu stellen erfordert Mut und bewegen kann sie sich allemal. Noch mehr Mut gehörte allerdings dazu sie dann am sehr späten Abend aufzufordern, Hier bin ich mal wieder auf Nummer sicher gegangen und habe es sein gelassen.

Absoluter Höhepunkt dürften die 3 Paare der Santo Rico Dance Company gewesen sein. Die haben bereits bei ihren Kursen gezeigt wo der Hase lang läuft. Unnötig zu erwähnen, dass die eine mehr als perfekte Show auf die Bühne gebracht haben. Dazu kommt noch, dass die sich mit “Via “von Al DeLory ein Instumentalstück ausgesucht haben, dass Dank DJ Mano in Wuppertal zur Hymne geworden ist. Es war wirklich der blanke Wahnsinn wie die das Lied umgesetzt haben.

Die Tatsache, dass ich noch 1,5 Stunden Heimweg vor mir hatte hat dann dafür gesorgt, dass ich mich nach den Shows auf den Weg nach Münster gemacht haben. Ich muss nun seeehr tief in meinem Kleiderschrank herumwühlen um für die 70iger Jahre Mottoparty nachher passende Klamotten zu finden.

Eines steht fest. Fitt bin ich nach dem Wochenende nicht mehr.

1. Mamboweekend Wuppertal (der Sonntag)

Der Sonntag lief natürlich wie erwartet erheblich familiärer ab als der Samstag. Viele Leute nutzten das Ada um ein unbeschreibliches Wochenende noch einmal Revue passieren zu lassen.

Gegen 22:30 Uhr wurde es dann etwas voller und zu dem Zeitpunkt lief eher ruhigere Musik. Das ist für mich immer eine sehr willkommene Chance mal ein paar unbekannte aufzufordern und ein wenig den Bekanntenkreis zu erhöhen.

Auf den Programmheften war als Mottoparty 60iger und 70iger Jahre angekündigt. Hier haben sich die Gäste im Rahmen ihrer Möglichkeiten in Schale geschmissen. Einige hatten aber auch „Das volle Programm“ durchgezogen und kamen mit Plateauschuhen und Rüschenhemden auf die Tanzfläche. Da waren schon waschechte Unikate dabei.

Die Veranstalter selber sind in Sachen 70iger Jahre natürlich mit gutem Beispiel vorangegangen. Während Daniela im rückenfreien ABBA Glitzerkostümchen und „Iiiich maaaaaaachen Lieeeeebe laaang“ Boa um den Hals ja noch als ´irgendwie sexy´ durchging war DJ-Mano irgendwo zwischen „Krieg der Welten“ „Transformers“ und „Das Ding aus einer anderen Welt“ anzusiedeln.

Man nehme :

  • Ein kaukasisches Elvis Presley Double mit leichtem Übergewicht und 3 Tage Bart
  • einen knallroten Anzug Größe 64
  • die Fellmütze einer englischen Palastwache, schleudere diese 2 Stunden mit 6000 Umdrehungen und lege sie dann einige Tage in Haarspray ein.
  • ein Brusthaartoupet
  • eine Sonnenbrille die in einschlägigen Gay Porn Portalen käuflich zu erwerben ist.

Das alles zusammen ergibt dann das Gesamtkunstwerk „DJ MANO“ und ich habe eigentlich jeden Augenblick erwartet, dass ein paar Bienen zum Bestäuben auf ihm landen. Das war in Sachen Kostüme der heimliche aber offensichtliche Höhepunkt des Abends.

Gegen Mitternacht war dann der Showblock angesagt. Zuvor wurden Preise verlost, die überwiegend aus Freikarten für die kommenden Festivals bestanden. Hier wurde mir dann klar was ich vergessen hatte. Da ich kein Tombolalos ausgefüllt hatte konnte ich auch nichts gewinnen. Da muss man den Tatsachen einfach mal ins Auge schauen.

Danach ging es mit den Shows weiter. Besonders aufgefallen sind hier Adolfo und seine Partnerin. Wie man ein derartiges Tempo an den Tag legen kann ist für Amateurtänzer (also Leute wie mich) schwer zu verstehen. Mich würde wirklich mal interessieren wie viele Arme die beiden haben. Also mit je 2 kommen die nicht aus ;-) Wirklich einfach nur toll was die gemacht haben. Die Figuren in dem Tempo auf die Bühne zu bringen ist schon nicht nur eine sportliche Leistung.

Irgendwie niedlich sah Melissa in ihrem bauchfreien schwarzen Kostüm aus. Sie ist am Sonntag nochmals aufgetreten und hat unter großem Applaus ihre Soloshow auf die Bühne gebracht.

Buchstäblich die Halle in Schutt und Asche gelegt haben, wie schon am Vorabend, Santo Rico. Ob ich bei denen nochmals einen Kurs besuche weiß ich wirklich nicht. Das Niveau war schon verdammt hoch und somit diverse Frusterlebnisse unvermeidlich. Die Truppe für einen Auftritt zu buchen kann für keinen Veranstalter ein Fehler sein und ich möchte auf diesem Wege die Organisatoren bitten die Gruppe 2010 erneut aus den USA zu holen. Die haben sich mit 2 Auftritten in die Herzen des Publikums gesalsert und dürfen bedenkenlos 2010 wiederkommen. Einfach GENIAL.

Danach ging es mit der Party weiter. Ich habe schweren Herzens bereits um halb 2 die Rückreise nach Münster angetreten. Um halb 7 geht der Wecker und eine paar Stunden Schlaf sollten noch drinsitzen. Ich hätte ich es dort problemlos noch bis zum frühen Morgen aushalten können zumal sich die Absagen beim Auffordern ganz stark in Grenzen gehalten haben.

 

FAZIT :

Was soll man da noch groß sagen. Von einem vollen Erfolg kann ohne Übertreibung geredet werden. Die Veranstalter sind zwar alle feste Größen in der lokalen Salsaszene, dürften sich aber erstmalig an ein Programm mit internationaler Besetzung gewagt haben. Das ADA hatte als Austragungsort ein Heimspiel wie es im Buche steht. An der Getränketheke ging es trotz des Andrangs sehr flüssig zu, so dass niemand zu lange warten musste.

Die Werbung für 2010 lag bereits aus und es würde mich freuen wenn wir uns dort am 20.08.10 wiedersehen wenn es heißt „Let´s Mambo again, Baby“

Total übernächtigte Grüsse aus Münster

Ralf