“Welcome Party” im Factory Hotel
Nur noch die LKW-Waage im Eingangsbereich erinnerte daran,
dass der Austragungsort der “Willkommen Party” einmal das
Betriebsgelände der Germania Brauerei gewesen ist. Wehmut
überkam mich beim Anblick eines mehrstöckigen Wohnhauses
am Rande des Geländes. Jedes „Kind der 80 ger“ erinnert
sich an dieser Stelle an Münsters Nummer 1 Szenedisko JOVEL
und die damit verbundenen Konzerte. Die Toten Hosen, Motörhead,
Alan Parsons…. um nur einige namhafte Künstler zu nennen
die ich hier schon live erleben durfte. Aber all dies war
einmal und nur das unter Denkmalschutz stehende Germaniagebäude
erinnerte zwischen all der modernen Architektur noch an
meine Pre-Salsa Zeit. Vielleicht sollte man sich die ein
oder andere Ecke seiner Heimatstadt ab und zu doch mal etwas
regelmäßiger anschauen. Hier war buchstäblich kein Stein
auf dem anderen geblieben und man durfte gespannt sein was
uns hier erwartet.
Um mir bei meiner Begleitung keine Blöße zu geben hatte
ich bereits am Tag zuvor den Ort besichtigt, so dass ich
mit einer beispiellosen Ortskenntnis ins Rennen gehen konnte.
Der Eingang in das Hotel lag etwas versteckt in einer Nische
und man betrat durch eine Glastür die Rezeption. Da ich
aus mir unbekannten Gründen ein Problem mit Fahrstühlen
habe ging es auf Schusters Rappen die gefühlten 650 Treppenstufen
in den Partyraum, der sich direkt unter dem Dach befand.
Hier erinnerten nur noch die Stahlträger daran wo wir uns
befanden und die ersten Salsaklänge waren bereits im Treppenhaus
schwer zu überhören. Der gesamte Raum bestand aus einem
ausgebauten Dachboden, der allerdings für Parties dieser
Art hergerichtet war. Parkettboden und Boxen im Saal verteilt.
Das DJ Pult stand etwas verlassen in einer Ecke des Raumes.
Über das SIE habe ich mich bereits einige Male in meinen
Berichten ausgelassen, das sei in diesem besonderen Fall
aber verziehen. Man darf halt nicht vergessen, dass wir
uns hier in einem Hotel mit Partyraum aufgehalten haben.
Gegen Mitternacht wurden wir dann von Max begrüßt, der
vielen von uns als tragende Säule des Internetportals sal-sa.de
bekannt ist. Er teilte sich dann aber das Mikrophon mit
Supermario, der als Engländer die Ansagen in seiner Landessprache
übernommen hat. Es waren halt auch schon einige Gäste aus
dem Ausland anwesend und nicht jeder war mit Deutschkenntnissen
ausgestattet.Hier wurden dann 2 Shows getanzt und an der
Stelle muss ich immer an den Wunsch der Tänzer denken, dass
auch während der Shows mal applaudiert wird. Na ja ich denke
mal, dass der Jubel nach den Shows ausgereicht hat und die
Performer zu Recht mit ihrer Leistung zufrieden waren. Nach
den Shows wurden die Lehrer vorgestellt, die die Workshops
geben. Hier war bereits auf der „Willkommenparty“ ein recht
internationales Repertoire vertreten und die Vorfreude auf
das Wochenende wurde weiter gesteigert.
Gäste aus vielen Städten u.a Hamburg, Bielefeld, Paderborn
teilten sich den Platz auf der Tanzfläche und auch die Tanzlehrer
waren am allgemeinen Auffordermarathon beteiligt. Da war
von „Stargedive“ keine Spur und ich bin eigentlich nur so
früh gegangen weil ich für die Workshops fitt sein muss
die gleich beginnen. Verzeiht mir daher, dass ich hier nur
die wichtigsten Punkte eben zusammengefasst habe und mit
diesen wenigen Zeilen vielleicht den ein oder anderen noch
dazu bewegen kann Heute Abend das Uferlos in Münster zu
besuchen. Von der Party melde ich mich dann ausführlicher.
Ich muss nun los und meine Partnerin mit nicht vorhandenem
Cha Cha Können bei Laune halten … Das liebe Leserschaft
kann was werden. ICH BIN CHA CHA ANFÄNGER :-(
Die Workshops am Samstag
Mit doch recht ehrgeizigen Plänen begann mein Samstag Vormittag
im Uferlos. Ein Cha Cha Anfängerworkshop war angesagt und
meine Partnerin und ich fanden uns pünktlich in Barcelona
ein. Die Unterrichtsräume waren alle nach Millionenstädten
benannt worden und mit Daniela und Pasqualino hatten ich
noch das Glück, dass der Unterricht von 2 Leuten gegeben
wurde, die mir beide seit langem bekannt sind. Wie für einen
Anfängerkurs üblich wurde dann auch ganz unspektakulär mit
dem Grundschritt begonnen in den dann im Laufe der nächsten
Stunde 2 Drehungen eingebaut wurden. Also mir hat der Kurs
ganz eindeutig etwas gebracht und die beiden haben sich
am Ende bereitwillig filmen lassen, so dass man im trauten
Heim das Erlernte noch einmal wiederholen kann.
Als 2. Workshop hatten meine Partnerin und ich uns dann
„10 Sins of Leading an Following“ ausgesucht und Anne und
Anichi haben uns erst eine kleine Figur gezeigt und dann
darauf hingewiesen was da so für Fehler gemacht werden können.
Es war auf jeden Fall interessant sich das mal anzuschauen
und auch für mehr oder weniger selbsternannte alte Hasen
gab es noch Neues zu entdecken. Wieder einmal mit einem
gehörigen Schuss Humor musste der Workshop von Super-Mario
aufgenommen werden. Ich staune immer wieder darüber wie
der Mensch sich mit dem Übergewicht bewegen kann. Hut ab
mehr kann ich dazu nicht sagen. Der bringt seine „Ich bin
einfach der Größte“ Nummer so auf die Bühne, dass ihm niemand
böse sein kann. Höhepunkt war dann als wir die neu erlernte
Figur zu einem Salsastück gefestigt haben in dem es im Refrain
immer hieß „We love Supermario“ Sachen gibt es :-)
Am Sonntag habe mir dank meinem linken Fuß (dazu später
mehr) nur einen Workshop gegönnt, der noch ganz oben auf
der Wunschliste stand. Ein weiterer Cha Cha Kurs bei dem
allerdings mit einem erheblich höherem Schwierigkeitsgrad
zur Sache gegangen wurde als am Vortag. Aber auch hier durfte
gefilmt werden, so dass auch diese Figur im trauten Heim
gefestigt werden kann. Soviel einfach mal zu den besuchten
Workshops.
Die “Gala im Uferlos”
Das samstägliche Zwicken und Zwacken in meinem linken Fuß
war nicht zu leugnen und mir war bewusst was sich da ankündigte.
Nach vielen alkohol- und fleischlosen Monaten war mal wieder
ein Gichtanfall zu erwarten. Da freut man sich monatelang
auf so einen Abend und kann dann als Statist in der eigenen
Stadt herumhumpeln. Schöne Pleite und eine zweistellige
Niederlage auf dem eigenen Platz. Leider bin ich erst gegen
23 Uhr auf der Party erschienen und somit zu spät um die
Auftritte mitzubekommen. Dass die bereits um 22:15 angekündigt
waren war nun wirklich komplett an mir vorbei gegangen.
Etwas gewurmt hatte es mich schon aber das Pochen in meinem
Fuss zeigte mir, dass mich nun wirklich noch andere Probleme
erwarteten. In der Lokalität selber hatte man sich keine
Schwächen erlaubt und auch die letzte Ecke war “Salsig”
hergerichtet. Wie in der Werbung versprochen waren mehrere
Tanzflächen in dem Uferlos aufgebaut die die verschiedenen
Themenbereiche des Salsa abzudecken versuchten. Etwas überrascht
war ich wegen der recht gut besuchten Kubanisch – Tanzfläche
in der 1. Etage die von DJ Juan Pa versorgt wurde. Er konnte
sein Puplikum komplett versammeln und seine Anhänger haben
ihm den Abend über die Treue gehalten.
Einige Verkaufsstände mit DVDs und Tanzschuhen waren aufgebaut
die so angelegt waren, dass man wenn man von einer Tanzfläche
zur anderen wollte dran vorbei musste. Hier lohnte ein Blick
auf die Auslagen und für den ein oder anderen war sicherlich
ein Schnäppchen dabei. Seeehr viele bekannte Gesichter waren
im Uferlos und ich kam aus der Grüßerei gar nicht mehr heraus.
Leider ließ mein Fuß keine großen Sprünge zu und ich habe
viel zu wenig Zeit auf der Tanzfläche verbracht. Von dem
Samstag Abend hätte ich gerne mehr gehabt aber was nicht
geht geht nicht. Aufgehalten habe ich mich überwiegend an
der Salsa Romantica Tanzfläche. Hier war nicht nur die Musik
von DJ Radi irgendwie „mein Ding“. Auch waren nicht allzuschnelle
Lieder zu befürchten, die mein Fuß-Handikap weiter verschlimmert
hätten. Dies war auch der Grund warum ich bereits gegen
2 Uhr die Party verlassen habe. Hier mal eben das Geständnis,
dass die frühe Abreise nicht ganz ohne eine gehörige Portion
Selbstmitleid abgelaufen ist. Einmal im Jahr eine richtig
große Sache in Münster und dann so etwas.
Meine mit eigenem Wohnungsschlüssel ausgestattete Gastsalsera
war auf jeden Fall gegen 6:00 Uhr (In Worten SECHS UHR)
morgens zu Hause und hat mir den halben Sonntagmorgen vorgeschwärmt
was ich alles verpasst habe. Wie kann man dieser Situation
Herr werden ???
1. Gastsalsera in den Keller einsperren damit man die Schwärmerei
nicht mehr an den Ohren hat GEHT NICHT, außerdem wollte
ich ihr auch nicht das Gefühl geben dass es mir was ausmacht.
Da habe ich dann auch meinen Stolz
2. Einfach gehen und des Rest des Wochenendes mit ein paar
Tüten Chips im Kino verbringen. WÜRDE GEHEN, lässt sich
aber auch verschieben. Außerdem wusste ich nicht was mein
Fuß zu den gehärteten Fetten in den Chips sagen würde.
Es war also nichts zu machen. Ich musste da irgendwie durch.
Der Sonntag “Workshops und Abschlussparty”
Nach all dem „GeilePartyGerede“ meiner temporären Mitbewohnerin
war bei mir das Maß voll und mein Entschluss den ärztlichen
Notdienst mit meiner Gichtgeschichte zu nerven nahm Gestalt
an. Hier hat die Pharmaindustrie ganze Arbeit geleistet
und Medikamente im Angebot die innerhalb weniger Stunden
spür- und sichtbar helfen. Ich wollte nicht nur unbedingt
den Cha Cha Kurs noch mitmachen…. Nein ich hatte auch gewisse
Verpflichtungen meiner Partnerin gegenüber. Die konnte ich
nun nicht einfach sitzen lassen zumal wir die Cha Cha Kurse
schon Wochen vorher zusammen geplant hatten.
Die Gicht-Spritze hatte wie erwartet ganze Arbeit geleistet
und gegen Nachmittag war zumindest soweit alles in Ordnung,
dass ich zwar noch humpelte aber schmerzfrei Auftreten konnte
und mein Fuss auch tatsächlich in den Schuh passte. An all
dies war morgens nicht zu denken. Der Cha Cha Kurs um 16:00
Uhr baute genau auf dem auf was wir bereits bei Daniela
und Pasqualino am Vortage gelernt hatten. Somit bildeten
die Kurse wohl mehr aus Zufall eine Einheit. Einfach klasse.
Der Cha Cha Ausflug hat sich richtig gelohnt und habe auch
im Nachhinein nicht bereut mich zur Teilname gezwungen zu
haben.
Am Sonntag Abend war noch eine kleine Party im neu errichteten
A2 am Aasee angekündigt und auf das Lokal muss ich hier
nun einfach mal näher eingehen. Diese Lokalität besitzt
eindeutig das Potenzial um in regelmäßigen Abständen Salsaparties
stattfinden zu lassen.
1. Eine Tanzfläche, die aus angenehmer Höhe einen Ausblick
auf den Aasee ermöglicht
2. Sehr große Glasscheiben für den Panoramablick.
3. Eß- und Trinkmöglichkeiten außerhalb der Tanzflächen.
4. Open Air Gastronomiebereich. Salsaherz was willst Du
mehr.
An der Anlage haben sich mit Andy-S und Dave nochmals unsere
beiden Münsteraner Aushängeschilder die Ehre gegeben und
den Abend über noch einmal alle Bandbreiten des Salsa zum
Besten gegeben. Der Aasee bot eine entspannende Kulisse
und es fanden sich zur späten Stunde auch noch auffällig
viele Salsafreunde ein die nicht aus Münster kamen. Im um
die 100 m² großen A2 herrschte nach der Mammutveranstaltung
im Uferlos eine fast schon familiäre Stimmung und nach dem
X-sten Blickkontakt fiel auch das Auffordern leichter. 2
Auftritte wurden gegen Mitternacht noch geboten und da mein
Wochenende ja im Zeichen des Cha Cha stand habe ich mir
nicht ohne Neid anschauen können wie dieser Tanz fertig
aussieht. Einfach toll. Durch die Moderation hat wieder
Super Mario auf Englisch geführt und nach einer kleinen
Geburtstagsrueda ging es dann zu ein paar Rumba angehauchten
Partytanzliedern über.
Den Samstag mußte ich ja bis auf einige wenige Lieder fußkrank
in der Ecke herumstehen. Danach war der Sonntag eine Wohltat
und ich bin schweren Herzens relativ früh gefahren. Es ging
halt um 6 der Wecker. Ich bleibe dabei, dass das A2 als
Austragungsort für regelmäßige Parties funktionieren würde.
Mitten in der Stadt in ruhiger Lage muss kein Widerspruch
sein und hier steppte noch der Bär als ich gegen 1:30 den
Heimweg angetreten habe.
Fazit :
Alles in Allem ein Wochenende bei dem nicht nur ich sprichwörtlich
um den Schlaf gebracht wurde. Das Factory Hotel sollten
die Veranstalter im Auge behalten, das A2 aber auf keinen
Fall vergessen. Am Aasee hatten wir es mit der klassischen
„Einfach mal 3 Stunden abschalten“ Lokalität zu tun und
bis in die frühen Morgenstunden sehr gut besuchte Eröffnungsparty
in Sachen Salsa sollte bei den Veranstaltern in Erinnerung
bleiben wenn es darum geht weitere Parties in Münster zu
planen.
Ich hoffe mal wir sehen uns spätestens im nächsten Jahr
in alter Frische wieder.
Gruß aus Münster Ralf