Die Neugierde lies uns keine Ruhe. Nach doch ausgiebigem
Nachdenken ob es sich nun lohnt das 1. Salsafestival in
Bielefeld zu besuchen haben wir uns zu Dritt und frauenlos
auf den Weg nach Bielefeld gemacht. Wir wären auch pünktlich
eingetroffen wenn uns eine Vollsperrung auf der Autobahn
nicht einen ganz derben Strich durch die Rechnung gemacht
hätte. So führte uns die Strecke bei Dunkelheit durch mitunter
historische Stadtkerne und kurvenreiche Landstraßen an denen
ich zu seligen Motorradfahrerzeiten meine helle Freude gehabt
hätte. Nun war ich aber nicht mit dem Motorrad unterwegs
sondern mit einem spanischen Mittelklassenwagen und die
Uhr näherte sich bedrohlich der 23 Uhr Marke als wir endlich
in Bielefeld eintreffen sollten.
Das “Metropol” lag dann auch recht unspektakulär in einer
Seitenstraße und nachdem bei der Parkplatzsuche etwas Improvisationstalent
gefragt war hieß für 5 Euro Eintritt “Die Show kann beginnen”
Direkt im Eingangsbereich war ein Tisch aufgebaut auf dem
Flyer für die kommenden Salsaparties auslagern und man konnte
sich ersteinmal mit Infos für die kommenden Partys versorgen.
Eine Garderobe war für einen Euro Aufpreis eingerichtet.
Getränke und kleine Knabbereien konnte man in einem abgetrennten
Raum zu sich nehmen.
Der eigentliche Tanzsaal war mit Parkettboden ausgelegt.
In jeder Ecke war eine Box angebracht und einige wenige
Sitzplätze waren um die Tanzfläche herum aufgebaut. Das
sind so eigentlich diese Lokale, die das Salsaherz höher
schlagen lassen. Immerhin war der ganze Saal wohl nicht
für Salseras und Bachateros sondern für Walzeras und Rock
‘n’ Rollers angelegt worden. Da durften Turniertänzer wohl
höhere Anforderungen stellen als unsereins.
3 Shows würden über den Abend verteilt geboten. Dies bitte
wörtlich nehmen, denn nach jedem Auftritt wurde eine längere
Pause gemacht, damit wir uns auch noch ein wenig austoben
konnten. Leider habe ich mir die Namen der Auftritte nicht
gemerkt also muss eine Beschreibung ausreichen. Die erste
Show war eine doch recht Große Truppe, die in der Gruppe
getanzt haben. Alles in allem nett anzuschauen und das Spektakel
dürfte einiges an Vorbereitung ‘gekostet’ haben.
Die 2. Show bestand aus 2 Männern, die einen Cubanische
Rumba vorgeführt haben. Arg erstaunt hat mir die 3 Show.
Mitten in Deutschland fast das gesamte Salsavolk zu einem
Reggaetonworkshop zu animieren ist schon eine verdammt stramme
Leistung. Ich selber bin der ganzen Sache einfach mal ferngeblieben
und habe dem Salsa die Treue gehalten.
Musikalisch wurde ein buntes Programm geboten mit für meinen
Geschmack etwas zu schneller Musik. Dafür hat es aber dieses
Mal beim Auffordern keine Probleme gegeben und ich hatte
eine das Selbstbewusstsein fördernde “Null Körbe Nacht”
hinter mir. Entsprechend ausgelaugt war ich auch als es
nach 3 Uhr auf den Heimweg ging.
Als kleinen Verbesserungsvorschlag würde ich gerne mal
die Boxen erwähnen. Die Lautstärke innerhalb des Saales
war mitunter doch recht unterschiedlich. Von angenehm bis
jenseits von gut und böse war da alles drin. Die sehr geringen
Eintritts- und Getränkepreise waren ganz bestimmt nicht
szeneüblich, sollten aber erwähnt werden.
Fazit
Konnte man die im Vorfeld doch recht emotional geführte
Diskussion im Internet in den Hinterkopf verbannen erwartete
Euch eine Party, ganz bestimmt nach einer Wiederholung schreit.
Die Ostwestfalener Salsagemeinde war sichtlich und zu recht
stolz auf ihre Taufe als Festival Austragungsort. Sowohl
Programm also auch Lokalität konnten überzeugen. Lassen
wir uns im nächsten Jahr nach dem sehr gelungenen Auftakt
einfach mal überraschen.
Auch wenn ich persönlich nicht zu den Veranstaltern gehöre
an dieser Stelle eine Einladung unser Festival nächsten
Monat in Münster zu besuchen. Flyer hierfür sind nicht nur
in Bielefeld verteilt worden und ein Blick ins Programm
lohnt sicherlich.
An die Gäste vom Festival Bielefeld ein freudiges und baldiges
Wiedersehen auf der Salsa Deluxe in Münster
Gruß Ralf