Es sah von außen ja schon ein wenig unscheinbar aus. In einem kleinen beschaulichen Ort südlich Frankfurt hatte sich eine Band angekündigt, die Fans nicht nur aus dem Umland zu einer Reise nach Lorsch bewegt hat. PAVLOV´S DOG. In Lorsch angekommen war das REX nicht schwer zu finden und nachdem ich etwas zu früh eingetroffen war habe ich mir erst einmal einen Rundgang durch die Lokalität gegönnt.

Nicht ohne Stolz waren die Wände mit unterschriebenen Fotos der Stars und Sternchen gepflastert, die im Rex bereits aufgetreten sind. Wem Namen wie Jimmy Page, Brian May und Robert Plant etwas sagen ahnt wo die Reise hingeht. Mit Queen und Led Zeppelin spielen Pavlov´s dog zwar nicht in einer Liga, aber trotzdem sollte es nicht nur für Live-Debütanten ein unvergesslicher Abend werden.

Ich hatte mir einen Platz auf der Loge gesichert, so dass ich von oben aus auf die Bühne schauen konnte. Plötzlich öffnete sich eine Tür neben der Loge und Frontmann David Surkamp begrüßte einige seiner Fans mit Handschlag und einem „How are you ?“ Ich war einer der Erlesenen, so dass ich mit dem „Das kann ja was werden“ Gedanken gesegnet war bevor der erste Ton gespielt wurde.

 

Kurze Zeit später bahnte sich dann die Band unter Applaus den Weg auf die Bühne und ich traute meinen Ohren nicht. Anstatt es richtig krachen zu lassen begannen sie mit DER Feuerzeug-Ballade schlechthin. „Standing here with you“. Was soll man davon halten ? Genießen – Applaus und weiter im Programm. „Looking for my shadow“. Ein Lied, das die Wenigsten kennen dürften, da es sich auf dem aktuellen David Surkamp Solo Album befindet, von dem auch noch Wrong und Hard again gespielt wurden. Weiter ging es mit 2 Stücken von der Pempered Menial namentlich Fast gun und Late november sowie She came shining von der Sound of the bell.

 

Das Geigenintro zum nächsten Stück lies bei mir ein weiteres mal die Nackenhaare hochstehen. Mit Episode hatte ich bei den Zugaben gerechnet, aber nicht mittendrin. Das sind die Stücke in denen Pavlov´s Dog ihre Stärken ausspielen. Klangteppiche am Rande zum Größenwahn, Gesang aus einer anderen Welt und über allem thronte eine maximal 25 jährige Frau, die an der Geige keinen Zweifel aufkommen lies wer bei Episode den Ton angibt. Textzeilen wie "And only silence killed my dreams" und Strophen wie

"You'll be the keeper of the Holy Grail
You sieze it quick, you dare not fail
You're the only survivor of your holy quest
Or is it best you go unseen"

ließen die Herzen höher schlagen. Dies sind die Stücke die euch bei den Fans berühmt gemacht haben und ein Danke, dass ich es ein 2. Mal live hören durfte. Weiter ging es dann mit You and I, meiner Meinung nach ein eher belangloses Liedchen von der Lost in america. Als weiter Höhepunkte des Abends wurden die Sahnehäubchen der beiden 70iger Jahre Alben präsentiert. Song dance, Julia, Theme from Subway Sue (Das vom Publikum während des Konzertes lautstark gefordert wurde) Irgendwann konterte David dann mit „Ich verspreche wir spielen es noch“ damit war dann Ruhe :-) Auch die Stücke aus dem 3. und 4. Pavlov´s Dog Album wurden zum Besten gegeben. Diese Lieder hatten wohl nicht nur bei mir einen geringeren Bekanntheitsgrad. Aber sie sind nun einmal ein Teil von PD und so ist es kein Wunder, daß auch diese CDs auf der Bühne ihre Daseinsberechtigung erhalten. Did you see him cry und Of once and future kings (auf geschätze 10 Minunten aufgebläht) waren die beiden Höhepunkte der 3 Zugaben.

 

Viele Lieder wurden auf der Bühne mit Tempowechseln und Intros der einzelnen Instrumentalmusiker bedacht. Die Band zeigte sich in Bester Spiellaune und kleine Showeinlagen der Bandmitglieder ließen keine Zweifel aufkommen, dass man sich selber nicht zu ernst nimmt. Nach dem Konzert wurden noch Autogramme gegeben und man stellte sich bereitwillig dem Blitzlichtgewitter. Stars zum Anfassen also. Auch meine CD und LP Cover zieren nun eigenhändige Unterschriften der Bandmitglieder so dass ich von Fetter Beute reden kann. Der Kontakt zu den Fans wurde regelrecht gesucht und die Band stand nach der Autogrammstunde noch für das berühmte After-Show-Bier im Publikum. Während die Zeche BOCHUM im vergangenen Juli für Pavlovs Dog Verhältnisse eher eine große Halle war, wurde im Rex fast schon ein Clubauftritt geboten.

Insgesamt wurden wir gut 2,5 Stunden auf höchstem Niveau unterhalten. Die Band hatte weit mehr zu bieten als Song dance und Julia.Nicht nur ich habe das Rex mit einem breiten „Dass ich das nochmal erleben durfte“ Grinsen verlassen.

Hoffentlich nächstes Jahr wieder.

Gruß Ralf

 

Nein, der Herr rechts gehört nicht zur Band. Das bin ich der sich gerade seine CDs unterschreiben läßt :-)