03.06.06

Überpünktlich dank NAVI - System im Wagen erreichten wir also gegen 18:30 den Anlegesteg am Rhein in Düsseldorf wo uns unser Ausflugsdampfer bereits mit unüberhörbaren Salsaklängen in Empfang nehmen sollte. Auch die Passanten die nicht in Sachen Salsa unterwegs waren riskierten vom Ufer aus einen Blick auf das bunte Treiben an Bord.

Gegen 20 Uhr wurden die Motoren unseres Salsabootes angeworfen und es ging auf eine über 5 stündige Reise über den Rhein ... Die wirklich sehenswerte Landschaft dort ist dieses Jahr komplett an uns vorbei gegangen, da der Sommer auch im Juni noch auf sich warten lässt und nur die ganz unerschrockenen ein Tänzchen auf dem doch recht kühlen open air Tanzdeck auf dem hinteren Teil des Schiffes gewagt haben. Der Grossteil des Salsavolkes hielt sich im inneren Teil des Schiffes auf wo uns die DJ´s Dave (Münster) und Bas (Rotterdam) eine kurzweilige Nacht bescheren sollten. Großes Kompliment an die Besatzung, die dafür gesorgt hat, dass die Tanzfläche nach dem Regen wieder trocken wurde. Das nenne ich doch mal Einsatz.

Wie in der Werbung versprochen wurde darauf Rücksicht genommen, dass Salsera(o)s nun einmal mehr Platz gebrauchen als Kegelclubs so dass man um Platz für das bunte Treiben zu lassen weniger Karten verkauft hat als das Schiff gefasst hätte. Dies stellte sich im Nachhinein als doppelter Vorteil heraus. Wenn 600 Leute (die das Schiff gefasst hätte) auf der Tanzfläche IN dem Schiff getanzt hätten wäre es mit dem Platzangebot wirklich nicht weit her gewesen ... So konnten aber die vereinzelten Schauer und die nicht gerade sommerlichen Temperaturen die Stimmung nicht trüben und wir haben unter den Augen der Strandprommenaden aus der Nacht das Beste gemacht.

Mal ein kleiner Tipp für die Leute, denen beim Gedanken an Essen auf dem Schiff der Angstschweiss ausbricht. Wir haben uns vor dem Auslaufen noch ausgiebig beim "Gelben M" gestärkt (auf dem Schiff zu teuer .... der letzte Frass .. die üblichen Vorurteile halt) , was im nachhinein wirklich ein Fehler war. Auf dem Schiff wurden sehr großzügige Portionen geboten und das zu nicht günstigen aber fairen Preisen. Auf dem nächsten Salsaboot werde ich der ´Bordküche´ eine Chance geben und das "Gelbe M" außen vor lassen.

Kommen wir nun zur Showeinlage des Abends und die ... ähh .. wurde .. also ...öhhh .... Liebe Leserschaft...

Herzlich willkommen zur

NACHT DER BEBENDEN STÖCKEL

Die beiden Herren (oder was man so nennen kann) waren also der etwas unkonventionellen Meinung, dass Salsa ohne Frauen irgendwie mehr Spaß macht und haben also ohne jede Ironie einen wirklich tollen ca. 5 minütigen Auftritt geboten. Unabhängig von der ganz und gar nicht maskulinen Schuhmode muss gesagt werden, dass die beiden vom tänzerischen her eine beneidenswerte Vorstellung geboten haben. Die Frau war der mit den Stöckelschuhen und nachdem auch die letzte Figur zum Besten gegeben wurde wollte man sich von der Tanzfläche verabschieden. Soviel zur Theorie. Die ZUGABE Rufe (besonders lautstark die der Frauen) waren so ohrenbetäubend dass die beiden direkt noch einmal loslegen durften.

 

Im weitern Verlauf des Abends wurde dann auch Raggeyton gespielt. Mein etwas anklagender Blick Richtung DJ Dave wurde mit dem Satz entschuldigt "Der Veranstalter hat mich per E Mail drum gebeten" Tja was soll man da noch sagen... Meine persönliche Toleranz ist beim Raggeyton vorüber aber wenn es halt sein muss .. Ich habe mich dann mit meiner Mitternachtszigarre auf den Bug des Schiffes gesetzt und eine Pause gemacht.

 

Irgendwann wollte man dann ein kleines Turnier veranstalten, was damit geendet hat, dass das einzige Paar das sich angemeldet hatte TANZLOS !!!! den ersten Platz eingehamstert hat. Es ist wohl mehr eine Sache des Mutes solche Spässe mitzumachen. Die beiden haben immerhin ohne einen Takt zu tanzen eine Freikarte für das Festival in Hamburg gewonnen.

Auch um 1 Uhr morgens sollte die Nacht noch nicht zu Ende sein und unser DJ Team wurde nicht müde immer noch ein Lied aufzulegen als die ersten Leute schon begannen das Schiff zu verlassen. Mit Sommer wird es dieses Jahr in diesem unserem Deutschland wohl nicht mehr viel werden und es bleibt zu hoffen, dass wir uns auch auf den anderen Salsabooten dieses Jahres von dem Wetter nicht die Laune verderben lassen.

Hoffen wir das Beste ... Dieser Samstag Abend hat sich auf JEDEN FALL gelohnt

Gruss aus Münster und ein gerne wieder

Ralf